Books on Demand

Leser – unbekannte Wesen im eBookCamp?

Leser eBookCamp ohne Leser Thomas Hoffmann publi4allDie Leser sind ja die wichtigsten Bezugsgrößen für Unternehmen, die Bücher oder eBooks machen, sollte man meinen. Das eBookCamp ist ein innovativer Kongress, der gestern zum ersten Mal in München stattfand – ohne Leser. Darum sollte es gehen:

„Ums digitale Publizieren in allen Facetten. Um die Frage, was überhaupt noch ein BUCH ist. Wie wir zukünftig lesen. Wie wir lesen wollen. Was Verlage, Buchhändler und Leser tun können, um die schönste aller Lesewelten zu gestalten… Und wie sich gemeinsam Lösungen finden lassen um das, was wir lieben, möglicherweise noch besser zu machen: das Buch.“ (Auszug aus der Wordpress-Site von eBookCamp).

leserDie Veranstaltung, bei der neben den Vorträgen das Netzwerken im Vordergrund stand, fand im Impact HUB Munich statt. Die Teilnehmer des Kongresses fühlten sich gut aufgehoben von der inspirierenden Atmosphäre dieses Ortes und der unaufdringlichen Bewirtung durch die Gastgeber.

Die viel versprechenden Sessions wurden parallel in drei Räumen des HUB abgehalten. Zunächst besuchte ich den Vortrag von Matthias Matting, dem Indie-Autor der Self-Publisher-Bibel, zur Preisgestaltung von eBooks. Matting räumte mit einigen Vorurteilen auf, wie zum Beispiel, dass eBooks wenig kosten müssen, um erfolgreich sein zu können. Den aktuellen Verkaufsstatistiken seiner Self-Publisher-Bibel wurden von einem Teilnehmer Suchtpotential attestiert.

Die Technik des eBook-Machens?

Leser Twitter eBookCamp Thomas Hoffmann publi4all MünchenAls ePublisher berate ich viele Autoren und schreibende Spezialisten. Dabei ist es mir ein Anliegen, den Blick meiner Autoren für die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Leser zu schärfen. Denn für wen macht man Bücher? Für die Leser.

Darum fand ich es schade, dass bei dieser innovativen Veranstaltung die „Buchmacher“ kaum einen Versuch unternahmen, die Leser als Daseinsgrund in ihre Überlegungen einzubeziehen. Selbst bei einem Vortrag über das Marketing von eBooks beschäftigte man sich derartig intensiv mit Methoden und Workflow, dass der Leser nur am Rande vorkam. Dabei bietet gerade das elektronische Publizieren und soziale Medien wie Facebook und Twitter die historische Chance, Lesern durch Rückkoppelung in den Produktionsprozess zu integrieren.

Fragen, „(w)ie wir lesen wollen und (w)as Verlage, Buchhändler und Leser tun können, um die schönste aller Lesewelten zu gestalten“ (eBookCamp-Site), wurden kaum besprochen. Man fragt sich, ob die Teilnehmer einfach noch zu sehr von der Komplexität der neuen Technik in den Bann gezogen sind…

Ein Buchhändler, der an die Leser denkt

iStock_000007041142XSmall1-150x150Einen Vortrag, der sich strikt am Nutzen für die Leser orientierte, war der Bericht des Weilheimer Buchhändlers Robert Stöppel über den Verkauf von eBook-Readern und eBooks in bei STÖPPEL und über seine Erfahrungen  mit dem E-Shop stoeppel24.de.

Ist der Verkauf von eReadern und über den Internet-Shop nach wenigen Jahren noch keineswegs rentabel, so betrachtet Robert Stöppel doch als ein entwicklungsfähiges Nebenprodukt wie Geschenke oder Schreibwaren. Am meisten beeindruckte mich, wie klar der Buchhändler darlegte, dass seine Kompetenz in Sachen eBook für ihn vor allem ein Mittel ist, um seine Kunden, die Leser an sich zu binden.

Alles in Allem ein spannender Nachmittag für mich! Meine Erkenntnisse werden fließen in den Vortrag ein, den ich beim 1. SelfPublishingDay am 12. April in Würzburg halten werde.

 

Books on Demand und eBooks – #bmf13

iPad mit Holzbuch books on demand

Books on Demand war einst eine Revolution, für Verlage und verlagsfreie Autoren!  Print on Demand ist das Verfahren, das den digitalen Druck und Nachdruck kleinster Buchauflagen ermöglicht. Das verringerte das Investitionsrisko für Indie-Autoren und Verlage.

Erstere ließen trotz immer noch hoher Kosten ausgiebig Books on Demand für sich herstellen. Die etablierten Verlage hielten sich bis vor ein paar Jahren mit als Books on Demand produzierten Werken zurück. In der Zwischenzeit bedienen sich jedoch viele Fachverlage – aus Vernunftgründen oder schierer Not – dieser kostengünstigen Methode.

Books on Demand und eBooks –
Ratlosigkeit der Verlage

Wie Books on Demand verschliefen viele deutsche Verlage auch den Trend, mit eBooks interessante Inhalte schnell und kostengünstig in den Markt zu bringen, im Idealfall noch vor dem gedruckten Buch. Ansgar Warner weist in seinem neuesten Blog Post auf e-book-news.de darauf hin, dass Verlage mit dieser Unterlassung Ihren Autoren schaden.

Auf und um die Frankfurter Buchmesse vernahm man verschiedene Proklamationen: Einerseits der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Repräsentant etablierter Verlage, der die eBook-Umsätze in Deutschland am liebsten herunterrechnet. Andererseits die eBook-PromotorenJ Business as usual also. Und alle redeten über Self Publishing. Interessant allerdings, was sich auf dem Markt der Dienstleitungen tut.

eBooks und Books on Demand – für Autoren und Verlage!

Vor zwei Jahren waren viele Unternehmen auf der Messe, die alle möglichen Dienstleistungen rund um die Produktion von Buch- und eBook anboten: von der digitalen Optimierung der Druckvorstufe, über medienneutrales Produzieren, bis hin zur schlichten eBook-Konvertierung.

2013 waren die Reihen der anwesenden Verlage gelichtet. Die Dienstleister nahmen eine doppelte Entwicklung, indem sie sich auf technische Dienstleistungen für die Buch- und eBook-Herstellung oder Vertrieb und Vermarktung spezialisieren, gleichzeitig aber oft beides anbieten. Diese Konzentration erscheint zunächst heilsam.

Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze: die einen, die Verlagen kostenlos alle technischen Services der eBook-Erstellung und den Vertrieb in alle verfügbaren Kanäle anbieten. Das Unternehmen Zeilenwert aus Thüringen macht das kostenlos, aber nicht umsonst. Der Preis, den der Publisher bezahlt, ist eine satte Umsatzbeteiligung und eine exklusive Bindung seiner eBooks an Zeilenwert für drei Jahre. Hochinteressant für einen unabhängigen ePublisher wie mich.

Der Autor rückt in den Fokus der Dienstleister

Books on Demand eBooks publi4all MünchenUnd andererseits: Haben auf früheren Buchmessen die Dienstleister ausschließlich Verlage umworben, so ist heute der Self Publisher ebenso in ihrem Fokus.. Ein gutes Beispiel für die unkomplizierte Herstellung und Verbreitung von eBooks bietet der in Sachen MP3-Download versierte Anbieter DANCE ALL DAY mit seiner Plattform feiyr.com.

Der Autor lädt kostenlos seine Word-Datei oder bereits in EPUB oder kindle konvertierte Dateien in eine Datenbank. Ebenso das Cover. Und wenn technisch alles passt, kommt das eBook auf bis zu 160 Plattformen. Und man hakt an, welche Plattformen man aus dem feiyr-Vertrieb ausschließen will. Einfacher geht es nicht!

Ironischerweise umarmen auch immer mehr Verlage die Selfpublisher – nicht nur mit so glänzenden Plattformen wie neobooks oder das Kalenderportal calvendo.

Und Verlage, die ihre technischen Dienstleitungen in erster Linie Self Publishern zur Verfügung stellen, sind fast schon gesellschaftsfähig. Ihre Produkte im Print on Demand sind immer besser. Jedoch wagt es der Verleger alten Schlags trotz der Produktion von Books on Demand noch nicht, sich von überkommenem Auflagendenken zu verabschieden. Eine Produktion von Büchern in Einzelstücken ist für diese Anbieter indiskutabel.

Dass man im Einzeldruck on demand ordentliche Ergebnisse erzielen kann, hat Amazon mit seinem Programm Create Space gezeigt. Autoren geben hier ohne Kostenbeteiligng die Daten und ein Buchcover in die Amazon-Datenbank ein.

Milchstraße Create Space Books on DemandZur Kontrolle erhalten sie Belege und können Änderungen und Optimierungen vor der Veröffentlichung umsetzen. Das Episoden-Buch „Milchstraße – Geschichten von der großen Liebe“ habe ich bei Amazon an einem Montag bestellt, und am Mittwoch, keine 48 Stunden, später lag das gedruckte Buch vor mir!

Print on Demand UND eBook – der Traum aller Autoren

Immer mehr Dienstleister bieten den unabhängigen Autoren an, die Manuskripte als Books on Demand UND als eBooks zu produzieren und anschließend an die Vertriebsplattformen auszuliefern.

Das ist ideal für viele Profis, die für ihre Veranstaltungen gedruckte Bücher und fürs Web das eBook brauchen. Das wird immer häufiger mit Datenbanklösungen umgesetzt. Zwei interessante Anbieter sind hier meinbestseller.de, die Printbücher on Demand in Einzelstücken verkaufen, und PRINTSYSTEM, wo die gedruckten Bücher noch in Mindestauflagen bestellt werden müssen.

Gute Inhalte und einfallsreiche Vermarktung – Fehlanzeige?

Wo sich die Verlage nicht der Autoren annehmen, tun es heute viel Dienstleister. Books und Demand und eBooks sind in aller Munde. Dennoch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, wie ein Beobachter sagte, dass in Frankfurt wieder mal die Sicht auf die Zukunft durch Bücherstapel verstellt war.

Und zwei wichtige Aspekte des Publizierens, gute Inhalte und deren einfallsreiche Vermarktung, scheinen irgendwie vergessen zu werden.

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