Dienstleister

Books on Demand und eBooks – #bmf13

iPad mit Holzbuch books on demand

Books on Demand war einst eine Revolution, für Verlage und verlagsfreie Autoren!  Print on Demand ist das Verfahren, das den digitalen Druck und Nachdruck kleinster Buchauflagen ermöglicht. Das verringerte das Investitionsrisko für Indie-Autoren und Verlage.

Erstere ließen trotz immer noch hoher Kosten ausgiebig Books on Demand für sich herstellen. Die etablierten Verlage hielten sich bis vor ein paar Jahren mit als Books on Demand produzierten Werken zurück. In der Zwischenzeit bedienen sich jedoch viele Fachverlage – aus Vernunftgründen oder schierer Not – dieser kostengünstigen Methode.

Books on Demand und eBooks –
Ratlosigkeit der Verlage

Wie Books on Demand verschliefen viele deutsche Verlage auch den Trend, mit eBooks interessante Inhalte schnell und kostengünstig in den Markt zu bringen, im Idealfall noch vor dem gedruckten Buch. Ansgar Warner weist in seinem neuesten Blog Post auf e-book-news.de darauf hin, dass Verlage mit dieser Unterlassung Ihren Autoren schaden.

Auf und um die Frankfurter Buchmesse vernahm man verschiedene Proklamationen: Einerseits der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Repräsentant etablierter Verlage, der die eBook-Umsätze in Deutschland am liebsten herunterrechnet. Andererseits die eBook-PromotorenJ Business as usual also. Und alle redeten über Self Publishing. Interessant allerdings, was sich auf dem Markt der Dienstleitungen tut.

eBooks und Books on Demand – für Autoren und Verlage!

Vor zwei Jahren waren viele Unternehmen auf der Messe, die alle möglichen Dienstleistungen rund um die Produktion von Buch- und eBook anboten: von der digitalen Optimierung der Druckvorstufe, über medienneutrales Produzieren, bis hin zur schlichten eBook-Konvertierung.

2013 waren die Reihen der anwesenden Verlage gelichtet. Die Dienstleister nahmen eine doppelte Entwicklung, indem sie sich auf technische Dienstleistungen für die Buch- und eBook-Herstellung oder Vertrieb und Vermarktung spezialisieren, gleichzeitig aber oft beides anbieten. Diese Konzentration erscheint zunächst heilsam.

Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze: die einen, die Verlagen kostenlos alle technischen Services der eBook-Erstellung und den Vertrieb in alle verfügbaren Kanäle anbieten. Das Unternehmen Zeilenwert aus Thüringen macht das kostenlos, aber nicht umsonst. Der Preis, den der Publisher bezahlt, ist eine satte Umsatzbeteiligung und eine exklusive Bindung seiner eBooks an Zeilenwert für drei Jahre. Hochinteressant für einen unabhängigen ePublisher wie mich.

Der Autor rückt in den Fokus der Dienstleister

Books on Demand eBooks publi4all MünchenUnd andererseits: Haben auf früheren Buchmessen die Dienstleister ausschließlich Verlage umworben, so ist heute der Self Publisher ebenso in ihrem Fokus.. Ein gutes Beispiel für die unkomplizierte Herstellung und Verbreitung von eBooks bietet der in Sachen MP3-Download versierte Anbieter DANCE ALL DAY mit seiner Plattform feiyr.com.

Der Autor lädt kostenlos seine Word-Datei oder bereits in EPUB oder kindle konvertierte Dateien in eine Datenbank. Ebenso das Cover. Und wenn technisch alles passt, kommt das eBook auf bis zu 160 Plattformen. Und man hakt an, welche Plattformen man aus dem feiyr-Vertrieb ausschließen will. Einfacher geht es nicht!

Ironischerweise umarmen auch immer mehr Verlage die Selfpublisher – nicht nur mit so glänzenden Plattformen wie neobooks oder das Kalenderportal calvendo.

Und Verlage, die ihre technischen Dienstleitungen in erster Linie Self Publishern zur Verfügung stellen, sind fast schon gesellschaftsfähig. Ihre Produkte im Print on Demand sind immer besser. Jedoch wagt es der Verleger alten Schlags trotz der Produktion von Books on Demand noch nicht, sich von überkommenem Auflagendenken zu verabschieden. Eine Produktion von Büchern in Einzelstücken ist für diese Anbieter indiskutabel.

Dass man im Einzeldruck on demand ordentliche Ergebnisse erzielen kann, hat Amazon mit seinem Programm Create Space gezeigt. Autoren geben hier ohne Kostenbeteiligng die Daten und ein Buchcover in die Amazon-Datenbank ein.

Milchstraße Create Space Books on DemandZur Kontrolle erhalten sie Belege und können Änderungen und Optimierungen vor der Veröffentlichung umsetzen. Das Episoden-Buch „Milchstraße – Geschichten von der großen Liebe“ habe ich bei Amazon an einem Montag bestellt, und am Mittwoch, keine 48 Stunden, später lag das gedruckte Buch vor mir!

Print on Demand UND eBook – der Traum aller Autoren

Immer mehr Dienstleister bieten den unabhängigen Autoren an, die Manuskripte als Books on Demand UND als eBooks zu produzieren und anschließend an die Vertriebsplattformen auszuliefern.

Das ist ideal für viele Profis, die für ihre Veranstaltungen gedruckte Bücher und fürs Web das eBook brauchen. Das wird immer häufiger mit Datenbanklösungen umgesetzt. Zwei interessante Anbieter sind hier meinbestseller.de, die Printbücher on Demand in Einzelstücken verkaufen, und PRINTSYSTEM, wo die gedruckten Bücher noch in Mindestauflagen bestellt werden müssen.

Gute Inhalte und einfallsreiche Vermarktung – Fehlanzeige?

Wo sich die Verlage nicht der Autoren annehmen, tun es heute viel Dienstleister. Books und Demand und eBooks sind in aller Munde. Dennoch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, wie ein Beobachter sagte, dass in Frankfurt wieder mal die Sicht auf die Zukunft durch Bücherstapel verstellt war.

Und zwei wichtige Aspekte des Publizierens, gute Inhalte und deren einfallsreiche Vermarktung, scheinen irgendwie vergessen zu werden.

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