Was hat Goethes „Mädchenbusen“ mit eBooks zu tun?

Die Frage mögen Sie zu Recht stellen. Und doch: es wohnt diesem Gedicht ein Zauber inne. Goethes Ritt auf der erotischen Rasierklinge ist die damals zeitgemäße Versöhnung von Technik und Eros. Nichts anderes geschieht, wenn sich den Lesern von eBooks – einem sehr technischen Instrument – Erlebniswelten erschließen, obwohl das eBook nicht nach Staub riecht und sich darauf auch keine Rückstände wie Schweiß und dergleichen befinden.

Die Lektüre von eBooks folgt dem gleichen Prinzip wie alles Lesen: man gleicht die Buchstaben, die vor einem stehen, mit seiner inneren Welt ab. Je höher die Übereinstimmung zwischen gelesenen und inneren Bildern, um so größer ist das Lesevergnügen. Deshalb ist dieses kleine Gedicht von Goethe so köstlich. Die „Haustürklingel“ enthebt den Autor jeder Zotigkeit und bringt Leser und Leserinnen doch ins Schwingen. Lesen Sie selbst:

„Die Haustürklingel an der Wand,
…der Mädchenbusen in der Hand
sind beides Dinge wohlverwandt.
Denn, wenn man beides leis‘ berührt,
man innen drinnen deutlich spürt,
dass unten draußen einer steht,
der sehnsuchtsvoll nach Einlass fleht.“

Anstatt sie mit Osterspaziergängen zu langweilen, sende ich meinen Lesern diesen kleinen Gruß!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Blog abonnieren

Tragen Sie sich hier für Updates ein ...

Sofortkontakt: hoffmann@publi4all.de