Leser

Content Marketing – mit Ihren Geschichten!

Content Marketing Thomas Hoffmann München EX-IST Vortrag 17.122015Warum Content Marketing seit Jahren hoch gehandelt wird, erklärt sich zunächst aus der Schwäche anderer Werbeformen. Ob der Werbeblock immer die spannenste Stelle des Films unterbricht oder die Autowerbung vor dem YouTube-Videos aufpoppt: wir sollen abgelenkt werden. Das nervt; wir gehen pinkeln oder überspringen bei YouTube die Werbung.

Der amerikanische Marketing-Guru Seth Godin nennt das zu Recht interruption marketing. Wenn man nur oft bei einer konzentrierten Beschäftigung unterbrochen wird, kauft der Kunde schon irgendwann. Das mag irgendwann mal funktioniert haben. Heute geht das anders.

Content Marketing Thomas Hoffmann München EX-IST 17.12.2015Es ist fast schon eine Binsenweisheit, dass Menschen am empfänglichten für Vorschläge sind, wenn sie gerade etwas suchen. Also: ich recherchiere zum Beispiel im Web, wie ich meine Ernährung verbessern kann. Ich bin einfach zu dick! Nun kann es gut sein, dass ich bei meiner Suche über das Blog Wohlfühlkost einer Münchner Ernährungsberaterin stolpere. Und sehe dort das gesunde Rezept für einen Weihnachtssmoothie. Das gefällt mir und ich sende gleich mal eine Nachricht an die Bloggerin mit meinem Kommentar zum Rezept. Und ich lese das Blog immer wieder und irgendwann frage ich die Bloggerin um Rat in Sachen Ernährung.

Erfolgreiches Content Marketing durch Story Telling

iStock_000080198093_Small„Großmama, Du erzählst mir immer wieder die gleiche Geschichte von dem Mädchen, das im Garten steht und die blaue Blume betrachtet. Wie machst Du es, dass ich bei der Geschichte manchmal lachen und manchmal weinen muss?“ Großmama lächelt und antwortet dem Mädchen: „Ich sehe in Deine Augen, mein Liebes, und dann sehe ich, ob Du heute lachen oder weinen willst, antwortet Großmama. Und dann erzähle ich Dir ein Geschichte, die Du zum Lachen oder zum Weinen.“ findest.

Ich liebe diese kleine Geschichte. Ich zeige mit ihr gerne die 7 wichtigsten Aspekte von Content Marketing auf. Nehmen wir an, als Content Marketer sind Sie die Großmama und Ihre Kundin ist das Mädchen:

  1. Sie lieben das Mädchen, wie Sie als Marketer Ihre Kunden lieben
    Ein Unternehmer ist dann erfolgreich, wenn er – wie ein Liebhaber mit seiner Geliebten – aufmerksam dafür sorgt, was ihr gut tut.
  2. Sie und die Großmama haben ein Ziel: Sie wollen, dass es dem Mädchen gut geht (vgl. Punkt 1).
  3. Sie kennen die Enkelin / Ihren Kunden. Und weil Sie nicht alle persönlich kennen, brauchen Sie einen einen imaginierten Lieblingskunden. Das ist das detaillierte Bild eines Kunden, das Sie sich immer vorstellen, wenn Sie Werbung machen.
  4. Sie wissen, was Ihr Kunde / die Enkelin braucht. Das ist beim Content Marketing nicht viel schwieriger, als für Großmama. Aber Sie haben ja bereits einige Ihrer Kunden danach gefragt, was Ihr Engpass ist und erhalten Feedback über Social Media.
  5. Großmama / Sie mit Ihrem Content Marketing kommunizieren persönlich. Es ist immer EINE Person, die Ihre Leistungen /Produkte kauft, also sprechen Sie auch EINE Person direkt an, eben Ihren Lieblingskunden.
  6. Content Marketing Thomas Hoffmann Vortrag EX-IST 17.12.2015Sie oder Großmama erzählen Geschichten – weil Ihre Kunden die Geschichten lieben und das berühmte ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) letzlich wurscht sind. Erzählte Geschichten erinnern den Zuhörer / Leser an eigene Geschichten. Sie wirken auf das limbische System im Gehirn und lösen Emotionen ( Handlungen aus. Aber das ist eine andere Geschichte;-)
  7. Die Enkelin / Kundin liebt die Geschichten der Großmutter / Ihre Geschichten und erzählen sie weiter. Und weil die Kunden sich in Ihren Geschichten wiederfinden, kaufen sie selbstverständlich Ihre Produkte und Leistungen.

Glauben Sie mir: ob Sie bloggen, sich über Facebook, Twitter oder Instagram darstellen, ob Sie Newsletter versenden oder in Foren diskutieren: wichtig ist nicht, was Sie machen, sondern was Ihnen wichtig ist. Sie schaffen Resonanz. Wenn Ihner Kunden das Gleiche wichtig ist, zeigen sie ihre Zugehörigkeit, indem sie Ihre Produkte nutzen, selbst wenn die schlechter sind als andere. Und weil Sie Großmamas Geschichten lieben, essen Sie auch Großmamas Essen, obwohl es furchtbar schmeckt. Mehr dazu gibt’s bei Simon Sinek.

(C) für verwendetes Bildmaterial: iStock

Druckkostenzuschuss für Ihr Buch – niemals!

DruckkostenzuschussDruckkostenzuschuss, für neue Autoren leider oft das Zauberwort. Das Buch ist fertig aber es findet sich kein Verlag, der das Buch veröffentlichen will. Oft genug sind diese Autoren frustriert, weil sie keinen Verlag oder Agenten für ihr Werk zu finden. Und das ist dann der Moment, in dem die Druckkostenzuschuss-Falle zuschnappt. Aber beginnen wir die Geschichte von vorne. Es ist eine alltägliche Geschichte.

Die Autorin, nennen wir sie Carmen Kaktus (49 Jahre), ist Controllerin in einem DAX-notierten Unternehmen. Sie hat Erfolg und ist selbstbewusst. Aber seit einiger Zeit ist sie unzufrieden. Sie möchte mehr aus ihrem Leben machen und schreibt einen Krimi über die Verwicklung eines DAX-Unternehmens in einen Umweltskandal. Sie wollte immer schon schreiben und sie kann schreiben, das weiß sie. Aber sie ist unerfahren. Sie findet einen griffigen Titel für ihr Werk. Freunde und Verwandte lesen den Krimi und geben ihr wohlwollend Feedback. Sie finden den Roman brillant. Jetzt fehlt nur noch der Verlag.

Das Drama kann beginnen

Druckkostenzuschuss publi4all Thomas HoffmannWeil Carmen Kaktus in ihrer Freizeit schon immer Krimis gelesen hat, weiß sie, welche Verlage sie ansprechen wird. Dabei geht sie durchaus intelligent vor. Sie sucht sich nicht die größten heraus sondern übt erst einmal mit Spezialverlagen. Bald ist sie frustriert, weil sie bei keinem der Verlage den Namen des Lektors herausfindet. Im Allgemeinen erhält sie im Vorzimmer die lakonische Auskunft, man bekomme täglich unverlangte Manuskripte von zweifelhafter Qualität zugesandt, aber Sie könne, wenn Sie darauf bestehe, das ihre ja noch obendrein senden, bitte an info@verlag.de/Lektorat. Sie weiß nicht, ob Ihre E-Mail von einem Mann oder einer Frau gelesen wird. ist es nur die Sekretärin oder jemand aus dem Lektorat?

Sie untersucht das Programm jedes einzelnen Verlages und begründet in ihrem Anschreiben, warum der Umwelt-Krimi unbedingt in dem jeweiligen Haus veröffentlicht werden sollte. Wenn sie eine  Antwort erhält, meist eine fadenscheinige Absage, wie etwa, ihr interessanter Roman passe nicht in das Programm. Carmen denkt sich wohl, dass kein Verlag es riskieren will, eine nicht mehr ganz junge Frau als Jungautorin herauszubringen. Ihr Controller-Herz lehnt Risiken auch ab, aber sie ist trotzdem frustriert.

Die Druckkostenzuschuss-Falle schnappt zu

Carmen Kaktus liest selbst eBook. Sie weiß, dass Autoren ihre eBooks ohne Verlag veröffentlichen können auf Plattformen wie kindle direct publishing oder xinxii. Aber Sie ist da ganz eigen, sie will ein richtiges Buch in einem richtigen Buchladen sehen. In der Zwischenzeit tauchen dank der Google-Algorithmen immer häufiger Druckkostenzuschuss-Verlage in Carmens Suche auf und sie kann es nicht lassen, immer mal wieder in die DRuckkostenzuschuss Thomas Hoffmann München publi4allAnzeigen hineinzulesen. Und lässt sich spaßeshalber einen Vertrag zusenden. Sie traut ihren Augen nicht. Dieser Verlag verlangt einen fünfstelligen „Druckkostenzuschuss“. Als Controllerin fragt sie sich sofort, warum sie dann erst nach dem tausendsten verkauften Exemplar eine Tantieme von mickrigen 10 % erhält.

Nein, einen Druckkostenzuschuss will sie nicht bezahlen, denkt Sie und sucht standhaft weiter nach „ihrem“ Verlag. Was ihr dabei alles wiederfährt und wie Carmens Drama endet, erzähle ich Ihnen in meinem nächsten Blog Post. Ich gebe Ihnen ein paar Tipps, wie Ihr Weg weniger steinig sein wird, als der von Carmen Kaktus. Und Sie lernen, warum Sie (fast) nie wieder über einen „Druckkostenzuschuss“ nachdenken werden.

Leser – unbekannte Wesen im eBookCamp?

Leser eBookCamp ohne Leser Thomas Hoffmann publi4allDie Leser sind ja die wichtigsten Bezugsgrößen für Unternehmen, die Bücher oder eBooks machen, sollte man meinen. Das eBookCamp ist ein innovativer Kongress, der gestern zum ersten Mal in München stattfand – ohne Leser. Darum sollte es gehen:

„Ums digitale Publizieren in allen Facetten. Um die Frage, was überhaupt noch ein BUCH ist. Wie wir zukünftig lesen. Wie wir lesen wollen. Was Verlage, Buchhändler und Leser tun können, um die schönste aller Lesewelten zu gestalten… Und wie sich gemeinsam Lösungen finden lassen um das, was wir lieben, möglicherweise noch besser zu machen: das Buch.“ (Auszug aus der Wordpress-Site von eBookCamp).

leserDie Veranstaltung, bei der neben den Vorträgen das Netzwerken im Vordergrund stand, fand im Impact HUB Munich statt. Die Teilnehmer des Kongresses fühlten sich gut aufgehoben von der inspirierenden Atmosphäre dieses Ortes und der unaufdringlichen Bewirtung durch die Gastgeber.

Die viel versprechenden Sessions wurden parallel in drei Räumen des HUB abgehalten. Zunächst besuchte ich den Vortrag von Matthias Matting, dem Indie-Autor der Self-Publisher-Bibel, zur Preisgestaltung von eBooks. Matting räumte mit einigen Vorurteilen auf, wie zum Beispiel, dass eBooks wenig kosten müssen, um erfolgreich sein zu können. Den aktuellen Verkaufsstatistiken seiner Self-Publisher-Bibel wurden von einem Teilnehmer Suchtpotential attestiert.

Die Technik des eBook-Machens?

Leser Twitter eBookCamp Thomas Hoffmann publi4all MünchenAls ePublisher berate ich viele Autoren und schreibende Spezialisten. Dabei ist es mir ein Anliegen, den Blick meiner Autoren für die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Leser zu schärfen. Denn für wen macht man Bücher? Für die Leser.

Darum fand ich es schade, dass bei dieser innovativen Veranstaltung die „Buchmacher“ kaum einen Versuch unternahmen, die Leser als Daseinsgrund in ihre Überlegungen einzubeziehen. Selbst bei einem Vortrag über das Marketing von eBooks beschäftigte man sich derartig intensiv mit Methoden und Workflow, dass der Leser nur am Rande vorkam. Dabei bietet gerade das elektronische Publizieren und soziale Medien wie Facebook und Twitter die historische Chance, Lesern durch Rückkoppelung in den Produktionsprozess zu integrieren.

Fragen, „(w)ie wir lesen wollen und (w)as Verlage, Buchhändler und Leser tun können, um die schönste aller Lesewelten zu gestalten“ (eBookCamp-Site), wurden kaum besprochen. Man fragt sich, ob die Teilnehmer einfach noch zu sehr von der Komplexität der neuen Technik in den Bann gezogen sind…

Ein Buchhändler, der an die Leser denkt

iStock_000007041142XSmall1-150x150Einen Vortrag, der sich strikt am Nutzen für die Leser orientierte, war der Bericht des Weilheimer Buchhändlers Robert Stöppel über den Verkauf von eBook-Readern und eBooks in bei STÖPPEL und über seine Erfahrungen  mit dem E-Shop stoeppel24.de.

Ist der Verkauf von eReadern und über den Internet-Shop nach wenigen Jahren noch keineswegs rentabel, so betrachtet Robert Stöppel doch als ein entwicklungsfähiges Nebenprodukt wie Geschenke oder Schreibwaren. Am meisten beeindruckte mich, wie klar der Buchhändler darlegte, dass seine Kompetenz in Sachen eBook für ihn vor allem ein Mittel ist, um seine Kunden, die Leser an sich zu binden.

Alles in Allem ein spannender Nachmittag für mich! Meine Erkenntnisse werden fließen in den Vortrag ein, den ich beim 1. SelfPublishingDay am 12. April in Würzburg halten werde.

 

Blog abonnieren

Tragen Sie sich hier für Updates ein ...

Sofortkontakt: hoffmann@publi4all.de