Urheberrecht

Urheberrecht – ein romantisches Konstrukt

Erzählte Überlieferung von Geschichte und Geschichten ist ein Grundelement aller Kulturen. Freilich galt das besonders zu Zeiten, in denen die schriftliche Reproduktion von Texten kaum stattfand. Ich erinnere an das Wessobrunner Gebet! Gleichzeitig waren geschriebene Texte jedweder Machart immer der Motor für gesellschaftliche, wissenschaftliche und technische Entwicklungen.
Die Mechanismen der mündlichen Weitergabe von Informationen (Geschichte) und Ereignissen (Geschichten) machen sich auch heute alle Medien zu Nutzen. Eine Information, ein Film oder ein Buch sind völlig wirkungslos, wenn sie nicht von jemandem gesehen oder gelesen werden. Nicht umsonst ist Mundpropaganda nach wie vor die beste Werbung.
Jede Meldung, jeder Werbespot und jedes Buch setzen auf diesen emotionalen Effekt: der Empfänger gibt etwas weiter an seine Nächsten, er begeistert und interessiert sie. Der Like-Button ist doch eine emotionale Empfehlung!
Diese virtuelle „Mundpropaganda“ ist gerade im Bereich von Internet und eBooks wichtiger denn je. Sollte es etwa ein Zufall sein, dass ausgerechnet Twitter (zu deutsch Gezwitscher), die weltweite Drehscheibe für Kurzinformationen, nicht nur für sich genommen extrem erfolgreich ist. Der Erfolg vieler eBooks ist zu einem erheblichen Teil dem Twittern zu verdanken, dem virtuellen Zwitschern und Werben, das sich „in Schallgeschwindigkeit“ durch die digitale Atmosphäre verbreitet. Eine dieser Tweet genannten Kurznachrichten ist zwar nicht länger als 140 Zeichen.
Im Twittern ist alles enthalten, was erzählte Überlieferung ausmacht: die Verfasser von Tweets nehmen es häufig mit dem Verweis auf Urheberschaften nicht so genau, die Internet-Links, die sich an die Tweets anhängen lassen, verbreiten sich ebenso schnell, wie sie sich als „Tatsachen“ verfestigen. Und es gibt Anführer mit zahlreichen Followern. Von hier bis zu den modernen Mythen („Die Cousine meines Schwagers kennt einen, der…) ist es nicht weit.
Was hat das nun mit Urheberrecht zu tun und was meine ich mit dem Begriff romantisches Konstrukt? Das können Sie nachlesen in meinem kleinen eBook Kurze Geschichte des Buchs in 35000 Zeichen Von Gutenberg bis zur App.

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